Maßnahmen gegen Alterseinsamkeit zentraler Bestandteil der Pflegereform

7. September 2020 0 Kommentare

„Dass das Thema Einsamkeit ganzheitlich und breit in den Blick genommen werde muss, ist eine wichtige Lernerfahrung aus der Corona-Krise“, sagt Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser im Vorfeld des Runden Tisches zu Alterseinsamkeit am Montag, 7. September im Bundeskanzleramt.

„In der ersten Phase der Corona-Krise lag der Fokus auf virologischen und infektiologischen Betrachtungsweisen. Aber Gesundheit hat auch eine psychische, soziale und spirituelle Dimension. Und Einsamkeit wirkt sich unmittelbar auf die Gesundheit aus: Sie schwächt das Immunsystem, fördert Depressionen, Schlaflosigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, beschleunigt das Fortschreiten von Demenz“, so Moser.

Community Nurses wichtiges Konzept im Kampf gegen Alterseinsamkeit

Vom Pakt gegen die Alterseinsamkeit erhofft sich Moser wesentliche Impulse für die anstehende Pflegereform: „Pflegeangebote müssen sich an Teilhabe und an einem ‚normalen‘ Alltag aus Sicht der Pflegebedürftigen orientieren.“ Besondere Bedeutung komme dabei den im Regierungsprogramm verankerten Community Nurses zu. Hier fordert die Diakonie nicht nur ein medizinisches Konzept in der Umsetzung, sondern einen Fokus auf die Potenziale der Community Arbeit.

Um Einsamkeit zu bekämpfen, sollen nach Vorstellung der Diakonie Grätzelinitiativen, sozialraumorientierte Projekte, Nachbarschaftshilfe und Community-Arbeit gezielt gefördert und finanziert sowie in der sozialen, räumlichen und pflegerischen Infrastruktur integriert werden – auch nach der Pandemie.

Armut und Arbeitslosigkeit verschärfen Einsamkeit

So wichtig die Integration eines Paktes gegen die Einsamkeit in die Pflegereform sei, so wichtig sei es auch, den Pakt gegen die Einsamkeit breiter zu denken. In Österreich haben sich, wie das Austrian Corona Panel zeigt, gerade die Jungen, SchülerInnen und Studierende, sowie Arbeitslose in der Corona-Krise am häufigsten einsam gefühlt. Einsamkeit verschärft sich durch geringes Einkommen, gesellschaftliche Krisenzeiten und mangelhafte soziale Infrastruktur. „Ein Pakt gegen die Einsamkeit darf daher Maßnahmen der Existenzsicherung, Bekämpfung der Kinderarmut, faire Bildungschancen, soziale Teilhabe und ihre Voraussetzungen wie z.B. assistierenden Technologien zur Kommunikation von Menschen mit Behinderung nicht außer Acht lassen“, betont die Diakonie-Direktorin.

 

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