Mehr Taschengeld für Pflegeschülerinnen?

24. August 2021 0 Kommentare

80.000 Pflegekräfte werden bis 2030 österreichweit benötigt. Diskutiert wird im Vorfeld der Pflegereform auch über die Bezahlung in der Ausbildung. Denn derzeit erhalten Pflegeschülerinnen nur ein sehr geringes Taschengeld.

Wie viel Taschengeld, so die offizielle Bezeichnung, Pflegeschülerinnen und -schüler bekommen, ist je nach Bundesland unterschiedlich. In Niederösterreich erhalten sie im ersten Jahr 94 Euro Taschengeld netto. Polizeischüler um ein Vielfaches mehr, so die Landtagsabgeordnete der Grünen Silvia Moser in der letzten Landtagssitzung – nämlich etwa 1.400 Euro netto. Mehr Taschengeld könnte auch das Interesse junger Menschen an der Pflegeausbildung steigern, schlussfolgert Moser. Allerdings sind Polizeischüler im Gegensatz zu den Pflegeberufen auch bei ihrem künftigen Dienstgeber angestellt.

Keine Stellungnahme zu einer möglichen Erhöhung

Die Höhe des Taschengeldes legt die „NÖ Gesundheitsplattform“ fest. Das ist ein Gremium mit 28 Mitgliedern, darunter etwa je ein Vertreter der Sozialversicherung, des Gesundheitsministeriums oder auch der Arbeitsgemeinschaft der Pensionisten- und Pflegeheime. Vertreten ist in der Gesundheitsplattform auch der Niederösterreichische Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS), für den Landesrat Martin Eichtinger (ÖVP) zuständig ist. Er führt auch den Vorsitz der Gesundheitsplattform.

Ausbezahlt wird das Taschengeld ebenfalls über den NÖGUS. Von Seiten des NÖGUS heißt es zum Prozedere: „Die NÖ Gesundheitsplattform beschließt eine jährliche Ausbildungsrichtlinie für die Förderung der Ausbildungseinrichtungen für die Gesundheits- und Krankenpflege an NÖ Fondskrankenanstalten, in deren Rahmen unter anderem auch das Taschengeld festgelegt wurde.“ Ob eine Erhöhung in Zukunft geprüft wird, dazu gibt es aktuell keine Stellungnahme.

Mehr Geld bei Umschulung durch das AMS

Verwiesen wird auf die Möglichkeit einer Umschulung durch das Arbeitsmarktservice, hier würde deutlich mehr bezahlt. Nämlich die Höhe des Arbeitslosengeldes, mindestens jedoch 930 Euro. 2018 wurde der Kreis der Bezieherinnen des Taschengeldes übrigens zuletzt ausgeweitet. Gab es davor nur Geld für die Diplomausbildung, gibt es das Taschengeld nun auch für Ausbildung zur Pflegeassistenz und Fachassistenz.

 

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3118145/