Ansturm auf FH-Pflegestudium

20. September 2021 0 Kommentare

Menschen in Pflegeberufen haben seit Beginn der Pandemie einen der wohl anspruchsvollsten Jobs. Die Wertschätzung, die der Beruf eigentlich erfahren sollte, kommt oft nicht an. Trotzdem ist die Nachfrage nach Studienplätzen für Pflegeberufe ungebrochen.

Training für den Ernstfall: An der FH Campus Wien in Favoriten wird an Puppen die Reanimation trainiert. Jeder Handgriff der angehenden Pflegekräfte muss sitzen. Nebenan wird das Nadelsetzen – ebenfalls an Puppen – geübt. „Momentan unterrichten wir Pflege im Kontext der Diagnostik und Therapie. Das ist eine Lehrveranstaltung, die besonders auf die Fach- und Methodenkompetenz abzielt“, erklärt Johanna Binder, die an der FH Campus Wien lehrt.

Große Herausforderung

Drei verschiedene Ausbildungsgrade gibt es unter dem Überbegriff Pflegekraft: Pflegeassistenz, Pflegefachassistenz und den gehobenen Dienst mit Diplom, erklärt Studiengangsleiterin Roswitha Engel. „Wir bilden Bachelor-Studierende aus, die nach sechs Semestern eine Doppelqualifikation erwerben: Einerseits die Berufsberechtigung für den gehobenen Dienst und andererseits erwerben sie den ersten akademischen Grad.“

Mit der Ausbildung können die Absolventinnen und Absolventen als diplomierte Gesundheits- und Pflegekraft arbeiten oder einen Master-Studiengang anhängen. Dass sie sich auf einen Beruf mit großen Herausforderungen einlassen, ist ihnen klar: „Es ist ein anstrengender Beruf. Man muss viel leisten, braucht viel Geduld. Menschen sind sehr vielfältig, aber genau das ist das Spannende daran“, sagt Theresa Kaufmann, die im dritten Semester studiert.

Mehr Studienplätze

Ihr Kollege Asdren Husaj ergänzt: „Ich wusste immer schon, dass ich etwas mit Menschen zu tun haben möchte, wo ich den medizinischen Aspekt behandeln kann als auch den persönlichen Aspekt und man wirklich aktiv den Prozess sieht, wie es jemandem besser geht. Mir gibt das einfach die ganze Motivation.“ Und diese Motivation haben offenbar immer mehr junge Menschen, denn die Studienplätze sind gefragter denn je.

„Wir haben in der Ausbildung 2008 schon begonnen mit Academic Nurse. Und wir haben die Anfängerstudienplätze von 50 auf jetzt gut 500 bis 600 gesteigert. Auch die Nachfrage ist laufend gestiegen. Wir haben etwa zweieinhalb Mal so viel Bewerberinnen wie Studienplätze“, erklärt FH-Geschäftsführer Wilhelm Behensky. Der FH-Campus wird derzeit ausgebaut, auch um die Studienrichtung Gesundheits- und Krankenpflege weiter aufstocken zu können. Noch studieren hier 1.600 Personen Pflegeberufe, bis zum Studienjahr 2024/25 sollen es bereits 2.500 Studierende sein.

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